Bei Cocktails mit Kaffee stellt sich immer die Frage, was der Kaffee dem zusammengestellten Mischgetränk hinzufügt. Es gibt dabei zahlreiche Serviervorschläge, die mit Kaffee zu tun haben. Darunter ist natürlich der Eiskaffee mit oder ohne Sahne, der im Sommer beliebt ist, wenn die Eiscreme für die nötige Abkühlung sorgen soll, aber die Wirkung, die vom Kaffee erhofft wird, als Zusatz gewünscht wird. Deren Gegenpart ist die Eisschokolade, wenn als besondere Geschmacksrichtung die Mokka-Eiskreme zugesetzt oder sogar der Kaffeelikör beigemengt wird. Schließlich reichen die Serviervorschläge bis zur italienischen Variante des Magenbitters, der Sambuca, der mit einen oder zwei hinzugefügten Kaffeebohnen serviert wird, die natürlich dabei nur den Anteil der Dekoration darstellen.
Kaffee entfaltet seine Wirkung, die er aus dem Koffein-Anteil bezieht, am besten, wenn er warm oder heiß getrunken wird. Die Beimengung kalter Bestandteile ist die eine Art der Zusammenstellung von Cocktails mit Kaffee, um die warme Temperatur zu konfrontieren. Die beigefügten Alkoholika werden durch die Temperatur des Kaffees gewärmt und es stellt sich ein grog-artiger Effekt ein. Tatsächlich gibt es zwei Cocktails mit Kaffee, die wörtlich Café Grog und der Kaffee-Grog genannt werden. Beide Getränke haben trotz des gleich klingenden Namens unterschiedliche Rezepturen. Café Grog wird als Longdrink in dem erwarteten Groggefäß mit einem Stück Würfelzucker und dem Achtel einer Zitronenscheibe serviert, wobei der heiße Kaffee auf die vorbereiteten Mengen von vorzugsweise aus Jamaika stammendem Rum und von Brandy aufgegossen wird. Der Kaffee-Grog wird dagegen durch Aufgießen des heißen Kaffees auf Armagnac und Zitronensaft zusammengemischt. Hier wird die Servierung durch drei Stück Würfelzucker und Kaffeelöffel und Untertasse als Besteck zum Rühren ergänzt.
Vom kalten Kaffee wird scherzhaft gesagt, sein Rauch mache schön. Dieser dem Bereich des Erzählens von Witzen angehörender Satz, ist sicherlich nicht das ernsthafte Motiv, Cocktails mit kaltem Kaffee anzurühren. Auch wenn die Wirkung des Kaffee nicht voll entfaltet wird, reichert das Kaffee-Aroma dasjenige des Cocktails an. Es kann dabei sogar vorkommen, dass der erhaltene Cocktail, alkoholisch oder nicht, geschüttelt und sogar mit zerstoßenem Eis serviert wird, da kalter Kaffee keinen zimperlichen Umgang zwingend erfordert.
Autor: Dr. Thomas F. Gritzner zurück zu Genussmittel
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