Frankfurt verdankt seinen internationalen Ruf sicher nicht der Flohmarktkultur, die sich unbeeindruckt vom großen Kapital nie hat vereinnahmen lassen. Hier werden 24 Stunden am Tag Milliarden bewegt, es sind jedoch gerade die Cent-Beträge, die Frankfurt ihre spezielle Note geben. Jeden Samstag findet sich 'Dribbdebach', also am Ufer des Frankfurter Apfelwein- und Vergnügungsviertels Sachsenhausen, eine eingeschworene Gemeinschaft von Trödlern, Sammlern und Schnäppchenjägern bereits früh am Morgen ein, um zwischen den dort stehenden Museen einer- und dem Main andererseits zu schlendern, sich zu drängeln und zu staunen, wie harmonisch hier Telefone aus Omas Zeit neben aktuellen Handys liegen, ebenso wie alte Gemälde und digitale Postkarten den passenden Rahmen für einen richtigen Frankfurter Flohmarkt bilden. Neben der unglaublichen Auswahl an Waren, drängen die unterschiedlichsten Gerüche in die Nase: zwischen Börek und Brezel, Apfeltee- und Wein, liegt es nahe, dass der Begriff 'Schmelztiegel' auch Erinnerungen an Holzkohleöfen und Spieße über offenem Feuer wach ruft. So vielfältig und weitläufig die Stände und ihre Angebote sind, so groß ist auch das Gedränge um die besten Schnäppchen. Überhaupt ist das Flohmarkt-Publikum in professionelle Anbieter und Schnäppchenjäger einerseits und Hobbyverkäufern und Schlenderern andererseits einzuteilen. Auch was die Besuchszeit angeht, unterscheiden sich die Gruppen fundamental voneinander: während die Profis sich schon morgens um 7 mit Angebot und Gegengebot entgegen kommen, füllt sich der Markt bei der anderen Gruppe am späteren Vormittag mit schlendernden Zufallskäufern, um gegen Ende des Flohmarktes um 14 Uhr nochmals vom Geschrei der Händler und Gefeilsche der Kundschaft erfüllt zu werden. Letztendlich mündet das geschäftige Treiben im Klappern der zusammenfallenden Tapeziertische, dem zufriedenen Lachen der Verkäufer und den brummenden Motoren der anrückenden Reinigungswagen. Trotz unzähliger Angebote, kann kein virtueller Flohmarkt unter den Kleinanzeigen einer Zeitung oder im Internet jenes bieten, was die Atmosphäre dieses durch und durch organisierten Mikrokosmos ausmacht. Autor: Rolf zurück zu Shopping
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