Die Haut ist nur an sehr wenigen Stellen (Handteller, Fußsohle, Teile des äußeren Genitales) völlig frei von Haaren. Die während der Fetalzeit gebildeten Lanugohaare, Flaum, Wollhaaree, die kurz, dünn und nicht pigmentiert sind und ihre Wurzeln im Corium haben, werden nach der Geburt im Laufe der Zeit durch Terminalhaare ersetzt. Terminalhaare eignen sich für eine dauerhafte Haarentfernung besonders gut. Sonderformen der Terminalhaare sind Capili (Kopfhaare), Cilia (Wimpern), Superciliae (Haare der Augenbrauen), Vibrissae (Nasenhaare), Tragi (Haare des äußeren Gehörgangs), Pubes (Schamhaare), Barba (Barthaare), Hirici (Haare der Achselhölen). Terminalhaare sind länger und dicker als Lanugohaare und pigmentiert. Sie sind lokal unterschiedlich stark entwickelt und häufig gruppenweise angeordnet. Ihre Wurzeln reichen bis in die obere Subcutis. Während die Terminalbehaarung des Kopfes bereits um den Geburtstermin beginnt, entsteht die Terminalbehaarung von Achselhaut, Gesicht und Mons pubis erst mit der Pubertät. Eine dauerhafte Haarentfernung kann an allen Körperregionen durchgeführt werden. Die Terminalhaare der einzelnen Regionen unterscheiden sich voneinander nach Länge, Kaliber und Gestalt. Die Haare können sowohl der Tastempfindung als auch den Wärmeschutz dienen. Die Terminalhaare stecken schräg zur Hautoberfläche in der Wurzelscheide. Haarstrich und Haarwirbel entstehen dadurch, dass Gruppen von Haaren eine gleichartige Schrägstellung haben, die sich von der Umgebung unterscheiden. Geschlechtsspezifität des Haarkleides. In der Pubertät entsteht das individuelle und geschlechtsspezifische Haarkleid. Für den Mann sind die Bartbehaarung, die rautenförmige, zum Nabel aufsteigende Schambehaarung, die Behaarung der Brust sowie an der Innenfläche der Oberschenkel charakteristisch; für die Frau ist dagegen die dreieckige Schambehaarung bei geringer Terminalbehaarung des Rumpfes typisch. Klinischer Hinweis. Störungen im Hormonhaushalt oder Organerkrankungen können zu Veränderungen in der Behaarung führen.[...] Autor: Kurt Schaefer zurück zu Gesundheit & Medizin
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