Arbeitsverträge sind die wichtigsten Verträge überhaupt, denn die allermeisten leben von ihrem Arbeitseinkommen und es gibt kaum Betriebe, in denen die Arbeitskräftekosten weniger als 40 % der Gesamtkosten ausmachen. Sorgfalt ist also geboten. Bei der Bedeutung des Arbeitsrechts lohnt es sich meistens, vorsorglich einen Rechtsanwalt für Arbeitsrecht zu konsultieren, bevor man etwas unterschreibt, was einen lange bindet.
Zu den Hauptaufgaben eines Arbeitsrecht-Anwalts gehört deshalb, bei jeder Angelegenheit zunächst das Prüfen des Arbeitsvertrages.
Erstaunlicher Weise stellen sie fest, dass der Grossteil der Arbeitsnehmer der Meinung sind, dass ihnen zu unterzeichnen vorgelegten Formulare das Arbeitsrecht schlicht verkörpern und sie selbst gezwungen sind sie so wie sie sind anzunehmen.
Verträge muss man selbst schließen!
Warnen Fachanwälte für Arbeitsrecht. Der geschriebene Vertragstext muss dem Willen der Parteien folgen und nicht umgekehrt. Es ist hoch gefährlich, und dennoch passiert es öfter als man denkt, dass Leute Verträge schließen, deren Inhalt sie überhaupt nicht oder unvollständig verstanden haben, nur weil sie ein Formular genommen haben von dem sie meinen, alles müsse so sein wie es darin steht.
Viele suchen nach geeigneten Vertragsformularen sogar im Internet, im Glauben, ein bereits gedruckter/ verwendeter Formular auch arbeitsrechtlich bestehen muss. In der Regel sind sie eigentlich für einem selbst gar nicht geeignet! Sie vergessen dabei, dass ein Vertrag sorgfältig auf einem selbst zugeschnitten werden muss und die im Internet gefundenen Vorlagen nur als eine Art Checkliste dienen sollten, an was im Regelfall alles gedacht werden könnte.
Auch das gesunde Menschenverstand würde uns raten in keinem ernsthaften Fall die persönliche anwaltliche Beratung eines Fachanwalts für Arbeitsrecht ersetzen.
Denn vor allem in diesem Rechtsbereich gilt es, dass hinreichend aufgewendete Sorgfalt beim Eingehen von Vertragsverhältnissen Streitigkeiten vermeiden hilft oder zumindest die Durchsetzung des eigenen Standpunktes wesentlich erleichtert.
Wir alle sollten nicht vergessen, dass nicht nur Rechtsanwälte und Richter von diesen Missverständnissen leben.
Autor: Andreas Stöckl
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